"Rund um den Grand Canyon Tour" oder "Sachen die ich schon immer einmal machen wollte"

 

Als kleines Dankeschön für all die guten Tipps und Hinweise, die ich aus diesem Forum heraus gefischt habe, besonders an Silke vorher und Volker vor Ort, ein kurzer Reisebericht von mashix (Tom).



 

26.5.2008 bis 5.6.2008

 

Nachdem meine Frau dieses Mal nicht in diese Gegend mit wollte und Delta irgendwann doch noch bessere Flugpreise anbot, beschloss ich, einige Highlights zu besuchen und auch noch einige Sachen mehr zu unternehmen, die ich entweder seit 1987 noch einmal sehen wollte oder die schon immer auf meiner Wunschliste standen.

So plante ich meine 10 Tage vor, wobei Änderungen vor Ort ja immer möglich sind und später auch gemacht wurden.

 

Tag 1

Abflug – Flug – Ankunft

 

Da ich dem Memorial Day Trubel in Vegas entkommen wollte, habe ich mich für einen Flug erst am Feiertag selbst entschieden. Dass ich dadurch ein Kennenlernen mit Silke verpassen sollte, ist mir leider erst nachher bekannt geworden, aber es war zu spät.

 

Der Flug mit Delta über Atlanta war normal zäh, der Aufenthalt in Atlanta mit über 4 Stunden noch viel mehr. Der Immigration Officer war sehr pflichtbewusst, nach dem Checken der Fingerabdrücke, des Rückflugtickets, der Finanzen usw. fielen Ihm noch die vielen USA Einreisestempel ins Auge, aber mit der Bemerkung „it`s a nice land, isn`t it“ entließ er mich doch in meine Wartestunden für den Weiterflug nach Las Vegas.

Ankunft dort gegen 21.00 Uhr, Equinox oder ähnliches war bei Alamo nicht vorhanden, beim Probesitzen entschied ich mich für einen Nissan Rogue, noch nie vorher gehört, er war aber für meine Beine die beste Wahl und auch 4wd, Bodenfreiheit usw. sollten für meine Zwecke reichen.

Dass der CD Spieler kein mp3 abspielen konnte, bemerkte ich erst am nächsten Tag und zwang mich eine Doppellive CD AC/DC im nächsten Walmart zusammen mit den Utensilien für die nächsten 10 Tage einzupacken.

 

Tag 2

Las Vegas – Tusayan, Grand Canyon

 

Abfahrt, wie Jetlagmitsichbringend erwartet, gegen 5.00 Uhr morgens, bei uns wäre es schließlich schon nach Mittag.

Durch die zum Leben erwachenden Vororte von Las Vegas Richtung Hoover Dam, kurz beim Checkpoint angehalten und später zum obligatorischen Foto der dortigen Brückenbaustelle (kann sich nur noch um Jahre handeln) ging es mit einem Stopp in Williams Richtung GC South Rim.  Da es erst 10.30 Uhr war, in der Red Feather Lodge noch nicht eingecheckt werden konnte und ich meinen Heliflug noch bestätigen musste, fuhr ich zum GC Airport.

Dort kurzfristig den Flug vom nächsten Tag auf den heutigen um 14.00 Uhr vorverlegt (War ohne Probleme möglich, obwohl im Internet vorgebucht) ging es in das Touristenmeer am South Rim. Ich war 1987 dort das erste Mal und wollte seitdem immer wieder mal hin, aber trotz der Erfüllung dieses Wunsches gefielen mir die Viewpoints eigentlich nur dort, wo der Rummel etwas kleiner war…

 

Nach diversen Massenansammlungsfluchten ging es dann zum GC Airport. Eine kurze Einweisung (Schwimmwesten???) bei GC Helicopters und schon ging es in den Heli. Gut, dass meine Kamera mit Sonnenblende so wuchtig aussah, ich bekam den Sitz rechts vorne, 4 Amerikanerinnen hinten und 2 Franzosen zwischen mir und dem Piloten waren nicht ganz so glücklich mit ihren Plätzen. Der Platz war recht gut für Fotos, wobei das Heraussehen und Hinuntersehen mit den „eigenen Linsen“ auch sehr beeindruckte.

Nach ca. 50 Min. ging es über den North Rim und dem West Rim wieder zurück zum GC Airport.

 

Ein schöner Flug, keine Vergleich mit dem abenteuerlichen Cessnaflug vor 10 Jahren, als ein ehemaliger Vietnampilot die öltropfende Maschine samt Insassen quälte, nicht so anstrengend wie eine Wanderung, und ich ersparte mir dadurch den Ausflug zur Mündung des Little Colorado River in den Colorado, den ich eigentlich auf dem Landweg machen wollte – man sieht vom LCR nur die ausgewaschenen Mineralien in türkis und die Anfahrt über Land wäre trostlos gewesen.

 

 

Nach dem Rückweg ins Motel wurde eingecheckt, der obligatorische Film im GC Cinema angeschaut, der eher ein gekürzter Abenteuerfilm aus Hollywood ist als wie ein Bericht über den GC, einzig die 180° Leinwand gefiel und ließ Einen etwas miterleben.

 

Zeitlich passte es ganz gut, ich fuhr noch einmal ins GC Village und mit dem Shuttlebus zusammen mit 3 Millionen Touristen zum westlichsten Punkt, der zurzeit erreichbar ist, dem Hopi Point. Angeblich gibt es dort den schönsten Sonnenuntergang, aber wenn man für ein Bild mehrere 14- köpfige asiatische Reisegruppen wegscheuchen muss, reicht es wirklich.

So entging ich dem Trubel der Busfahrt mit dem ersten Bus nach Sonnenuntergang und fuhr mit dem letzten Bus vor Sonnenuntergang zurück ins Village, dann ins Motel.

Trotzdem war noch ein buntes Foto zustande gekommen.

 

 

 

Tag 3

Grand Canyon – Tuba City – Page

 

Nach dem Frühstück (jawohl, keine Fahrt zum Sunrise) ging es den East-Rim entlang über Cameron und Tuba City zum Coal Mine Canyon.

Diverse Nebenstrassen wurden getestet, die Navajos waren sehr freundlich („You need no permit, enjoy our land“), dennoch waren die Wege zu weit und zu abgelegen, um in meinem Reiseplan für heute noch neue fotogene „Terrassen“ zu finden.

Am Coal Mine Canyon nur einige Bilder, davon überrascht, dass mittlerweile sogar Amis und nicht nur deutsche Reiseberichtleser den Weg dorthin finden. Im Gegensatz zu meinem Besuch letztes Jahr waren keine Hirtenhunde mit Worten und Schinken zu beruhigen, um dort unangesprungen herumlaufen zu können. Nur die Zufahrt wird immer ausgefahrener.

Östlich des Weges zum Coal Mine Canyon (Eine Wegbeschreibung wird sicherlich bald veröffentlicht werden, daher schone ich die Zipfelmützen noch in meinem Bericht) ging ein Weg ab, den ich bereits letztes Jahr als Abkürzung nach Page fahren wollte, aber damals, durch dunkle Regenwolken abgehalten, nur ein Stück gefahren bin.

Und wer einmal diese Strassen in nassem Zustand ohne Panne oder ohne Steckenbleiben überlebt hat, lacht nie mehr über das Schild, „impassable when wet“

 

 

 

Aber dieses Mal wolkenloser, blauer Himmel, voller Tank und sogar durch einen entgegenkommenden Navajo (verirrt in einem fremden Reservat?) bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein, ging es relativ harmlos zu den Zipfelmützen.

Meiner Meinung nach sollten die Wegbeschreibungen nicht immer so gehütet werden, mit dem Vorwand des Umweltschutzes. Wer den richtigen Weg fährt macht weniger kaputt als jemand, der querfeldein neue Fotos für seinen Bildband sucht und dabei alles niederfährt.

Und meist sind die Stellen so abgelegen, dass nur sehr wenige sich das antun, für bunte Steine viel Staub zu schlucken. Ich tue mir das an, bleibe so gut es geht auf dem Weg, hinterlasse keinen Müll (Im Gegensatz zu manchen Einheimischen) und freue mich an Bildern von Gegenden, die abseits des 0815 Touristenstroms liegen.

Das ist für mich ein Amerikaurlaub, Ruhe solange ich will, wann ich will und wo ich will.

In Europa oder Deutschland so nicht mehr möglich.

 

 

 

 

 

Bevor Unmut aufkommt, der Hut des 2.Padres war schon weg, als ich ankam, dafür war der Mond noch nicht da…

 

 

 

 

Nach Page waren es noch 2 Stunden, dort wurde im Motel 6 eingecheckt und der Tag mit der warmen Theke von Bashi besänftigt.

Der lustige, schwule Indianer vom letzten Jahr war nicht mehr da, der hatte mich so an den Schuh des Mannitou erinnert, aber diesmal leider nicht.

 

Tag 4

Rainbow Bridge Tour – Stud Horse Point

 

Auch die Rainbow Bridge Tour gehörte seit meinem ersten Besuch 1987 zu den Sachen, die ich machen wollte, koste es Touristenschweiß soviel es will.

Die Hinfahrt von Wahweap Marina aus, gebucht per Internet über lakepowelltours, war recht kurzweilig, durch den niedrigen Wasserstand des Lake Powell waren sehr viele Nebenarme und Sandbänke zu sehen, nur der etwas längere Fußmarsch zur Bridge ohne Wasser war dadurch lästig.

Ob dort noch jemals wieder Wasser hingelangt?

Auf jeden Fall beeilte ich mich auf dem Hinweg und hatte so ein paar Minuten ohne Boostmitfahrer und konnte einige Bilder in Ruhe und personenlos machen.

Das war nach Eintreffen der restlichen Touristenbesatzung nicht mehr möglich.

 

 

Der Rückweg war schnell vorbei, der Kapitän meinte noch, einige enge Canyons mit seinem Boot befahren zu müssen, blieb aber zum Erstaunen Aller, nirgends stecken.

Nach dem Anlegen und dem freundlichen Ablehnen der obligatorischen aber maßlos überteuerten Souvenirbilder, noch ein kleiner Abstecher zum Stud Horse Point, etwas früh für schönes Licht, aber die Hoodoos lagen bald im Schatten..

 

 

 

Tag 5

Horseshoe Bend – Lower Antelope

 

 

Endlich ein Objektiv mit ausreichend wenigen mm Brennweite, endlich den Bend komplett auf einem Bild, ohne irgendwelche Software zu benutzen.

Zeitlich gegen 10 Uhr, dürfte es gutes Licht gewesen sein.

Mich überraschten die vielen Autos am Parkplatz am Abend, da dürfte es im Bend recht duster sein…

Zudem waren dermaßen viele Fliegen unterwegs, was für die ganze Gegend um Page galt, dass es schon nervte. Zum Glück aber nur nervte und nicht kratzte, denn gestochen hat keine.

 

 

Nach einem kleinen Proviantauffrischungseinkauf im Walmart mit Imbiss, gab es große Hitze zur Mittagszeit, also war Schatten angesagt.

Und wo gibt es schöneren Schatten als im Antelope Canyon?

Upper hatte ich vor 6 Jahren besucht, „ausgesetzt“ im März für 4 Stunden und absolut allein im Slot, das ist so wohl nie mehr möglich, aber lakepowellmuseum sei damals Dank.

Wenn ich heute über die Massenabfertigung lese, kann ich darauf verzichten.

 

Den Best Slot des Waterholes besuchte ich letztes Jahr (Mit Hummertours, auch nicht so schlecht wie oft verschrien, 40 Dollar, lustige Fahrt und man konnte auch einige Stunden bleiben, denn ich war alleine mit dem Fahrer unterwegs)

Somit war der Lower angesagt, und herrlich, kein Flötenspieler, kein Führer, keine asiatische Reisegruppe und nur 2 Leute im ganzen Slot gesehen.

Auf und ab, soweit es ging, Käfer gerettet und eine Echse gesehen. Da ein WW Objektiv auf der Kamera war, kann man sich vorstellen, dass ich nur ca. 5 cm von der Echse weg war, aber sie ließ Alles über sich ergehen.

Da sah ich mich wieder in meiner Stativablehnung bestätigt, ich mache Fotos frei Hand, Selbstportraits brauche ich nicht und Videos drehe ich nicht.

Bis ich mit dem Stativ bei der Echse gewesen wäre, hätte sie schon hasta la vista, baby gepfiffen.

 

 

 

Danach holte ich mir noch ein Permit für den Waterholes Canyon beim Kassenhäuschen des Upper, es gab nur den Hinweis, bei der Brücke nach Page zu parken, wie weit man dann Richtung Best Slot usw. wieder zurück ging, war egal. Also kein Wort von irgendwelchen ausgenommenen Gebieten.

Die Wavenachbildung bald nach dem Parkplatz habe ich gefunden, aber die lästigen Fliegen hielten mich davon ab, bis zum Sonnenuntergang zu warten.

Der Abend endete in Dams Bar & Grill, ein Treffen mit Volker, Waldi und Freundin war beabsichtigt und hat sogar geklappt.

 

Tag 6

Wahweap Hoodoos – Little Finland

 

Bei dem gestrigen Treffen war eine kleine Verabredung zur Wave Lottery ausgemacht worden, zu welcher wir uns auch pünktlich einfanden.

Ein Video zum ganzen Ablauf hat Volker auch schon eingestellt.

Waldi hatte doppeltes Losglück und da man schon mal in der Nähe war und ich auf Grund einer mal wieder falschen Wegbeschreibung im Internet den Weg zu den Hoodoos gestern abgebrochen hatte (Letztes Jahr hatte es zu Regnen begonnen und ich fuhr auch nicht hin) kam es zu einem gemeinsamen Hoodootrip mit dem Reiseleiter Volker.

Man durfte Zeuge zukünftiger, sagenumwobener Katzenjahraufnahmen werden und würde endlich den Weg auch alleine finden, falls man sich mal wieder hierher verirren sollte.

 

 

 

An diesem Tag hatte ich noch vor, nach Little Finland zu fahren, so startete ich mein Auto gegen 13.30 Uhr und brauste Richtung Nevada.

Vorbei am Toroweap Point, der eigentlich auch besucht werden sollte, aber wegen GC Überdruss dann doch zugunsten der Hoodoos auf der Strecke blieb.

 

Eingetroffen ca. 18.00 Uhr in Little Finland, gab ich die Absicht auf, dort zu übernachten (Erkältung und Schnupfen riefen nach einer heißen Badewanne), die Gegend lädt auch nicht dazu ein, dort Alleine über Nacht zu bleiben.

Die Strecke war ohne Probleme machbar, die sagenumwobene Stufe merkte ich erst, als ich schon drüber war.

Ich wartete noch etwas ab, um besseres Licht zu bekommen und düste dann nach Mesquite, ins Oasis, um dort einfach zu relaxen. Das Zimmer war trotz Samstag recht erschwinglich.

 

 

Tag 7

Mesquite – Valley of Fire – Las Vegas

 

Da es noch recht früh war, ich nach dem heißen Bad gut geschlafen hatte und Sonntag auf dem Kalender stand, zuckelte ich über Overton und das VOF nach Las Vegas.

Ein Eis zur Abkühlung, noch einige kleine Fotoaufnahmen, dann ging es nach Vegas.

Ich gehöre wohl zu jener seltenen Spezies, die sowohl die Ruhe und die Einsamkeit der Gegenden im SW der USA lieben, als auch das Leben von und in Las Vegas.

Beides kann man so in Deutschland nicht haben.

Und mit Spiel und Getränk ging dann dieser Tag nach Spareribs im Ellys Island zuneige.

 

 

 

Tag 8

Las Vegas

 

Dieser Tag gehörte dem Abarbeiten diverser Einkaufsaufträge und Besorgungen, einem kleinen Black Jack Turnier und ging mit einem kleinem Geldsegen der

Nacht entgegen.

 

 

 

Tag 9

Las Vegas – Nascar – Valley of Fire

 

Heute war Racing angesagt. Dachte ich.

Zuerst einige Walmarts und shopping center Richtung Las Vegas Speedway heim- und durchsucht, ging es dann zum vorgebuchten Nascar Abenteuer.

 

Overalls, Helme, Einweisung sehr professionell, lockere Abwicklung, aber leider für einen deutschen Autobahnfahrer nicht schnell genug.

Ein Gefühl wie in einem Gokart, festgeschnallt und vom Motorengeräusch eingehüllt, aber mit ca. 210 km/h doch recht langsam, da war der Gold Butte Way mit 80 mph zurück nach Mesquite das größere Abenteuer.

Aber bei dem Dollarkurs, man gönnt sich ja sonst nichts…

 

 

Da Alles um 16.00 Uhr vorüber war, ging es noch einmal ins VOF, vor Allem die Steine beim Atlatl Loop wurden ausgiebig dokumentiert.

Für Wanderungen, wie eigentlich beabsichtigt, fehlte der Nerv, aber ich bin mit Sicherheit nicht das letzte Mal hier gewesen, und vielleicht halten sich die Arches bis dahin noch,  oder es entstehen Neue.

 

 

Zurück im Hotel, musste noch ein Bild von den Fontänen des Bellagio gemacht werden, obligatorisch aber immer wieder schön.

 

 

 

 

 

Tag 10

Las Vegas

 

Da morgen früh Rückflug angesagt war, wurde heute noch einmal gespielt was ging, aber es blieb weder ein Verlust noch ein Gewinn, der Spaß hatte überwogen und das ist für mich in Vegas die Hauptsache.

Wobei meine Punkte auf der Players Card im Sahara doch glatt die Übernachtungen einbrachten.

Auch recht nett.

 

 

Tag 11

Abflug – Flug – Ankunft

 

 

Rückflug mit Delta auf 20b, keine langen Wartezeiten mehr, und so gesund und munter wieder in München gelandet. Die Abholung klappte auch noch,

kann ein Urlaub schöner sein?

 

 

Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen und freue mich schon auf neue Ziele, die in den nächsten Jahren aufgesucht werden wollen.