Prolog

Nach unserem letzten Trip in den Südwesten der USA im Jahre 2004 (s. Reisbericht 2004) war relativ schnell klar, dass dies nur der Anfang gewesen sein konnte. Zu vieles hatten wir entdeckt oder kurz gestreift, aber eben nicht intensiv erlebt. So reifte im Jahr 2005 der grobe Plan für eine neue Tour im Jahr 2006, welcher jedoch schon relativ früh wieder verworfen werden musste. Gründe hierfür waren einerseits die Fusion meines Arbeitgebers und die daraus für mich resultierenden Aufgaben, welche einen längeren Urlaub im Frühjahr 2006 absolut unmöglich machten. Andererseits konnte Tina im Spätjahr ebenfalls aus beruflichen Gründen nicht in der familieneigenen Steuerkanzlei fehlen. Notgedrungen und schweren Herzens legten wir die Urlaubspläne wieder auf die Seite Weinerle , wohl wissend, dass diese im Frühjahr 2007 realisiert würden.

So nahm ich dann im Frühjahr 2006 erneut die Planung auf. Die Historie hierzu gibt's auf meiner Homepage (s. Planung 2007). Zu Beginn gab es nur wenige fixe Vorhaben. Hierzu zählte unter anderem die Besteigung des Half Domes, was ich 2004 bereits für mich beschlossen hatte. Des Weiteren waren die Wanderung im Coyote Gulch und das "Surfen in der Wave" fest eingeplant. Darüber hinaus war uns nur klar, dass der Urlaub von Natur und Wanderungen geprägt sein sollte. Mitte 2006 wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Die Flüge wurden gebucht und somit stand der exakte Zeitraum fest. Wir würden unseren längsten gemeinsamen Urlaub antreten und zwar vom 9.5. - 8.6.2007, ergo etwas mehr als vier Wochen. Die Vorfreude war immens, auch wenn es noch über 9 Monate dauern sollte. Wider Erwarten verging die Zeit relativ schnell, waren wir doch permanent mit Anschaffungen jeglicher Art für diesen Urlaub beschäftigt. So musste ein neues, leichteres Laptop her, ein Outdoor-Navi von Garmin durfte auch nicht fehlen und nicht zu vergessen, der ein oder andere Ausrüstungsgegenstand für Wanderungen in wildem Terrain.

Im Februar 2007 war uns dann sowohl das Losglück als auch die Internet-Fee hold. Bei dem für die Wave-Permit-Lotterie denkwürdigen 1. Februar 2007 erhielten wir doch tatsächlich unsere Berechtigung zur Wave zu wandern. Bei uns lief das für diesen Verlosungstag sogar relativ problemlos, verglichen mit den Schwierigkeiten, mit denen der Großteil der Lotterieteilnehmer zu kämpfen hatte. Wenige Wochen später erfuhren wir, dass wir auch Permits für die Subway gewonnen hatten.
Schaukeln Beifall Daumen hoch
Jetzt blieb uns nur noch auf den Abflugtag zu warten, denn es war alles erledigt und vorbereitet. Eigentlich konnte jetzt nichts mehr schief gehen. Eigentlich...!

Bereits kurz nach unserer Flugbuchung erbaten wir Auskunft von Lufthansa, ob wir in Stuttgart den Vorabend-Checkin nutzen können, auch wenn unsere eigentliche Buchung bei AirCanada getätigt wurde. Telefonisch wurde uns dies zugesichert mit dem Hinweis, es sicherheitshalber nochmals wenige Wochen vor Abflug zu verifizieren. Bei unserem Anruf rund zwei Wochen vor Abflug wurde uns versichert, dass der Voraband-Checkin grundsätzlich nur dann möglich sei, wenn die Buchung auch direkt bei Lufthansa vorgenommen wurde. EEK
So beschlossen wir Anfang Mai zum Flughafen in Stuttgart zu fahren und direkt vor Ort nachzufragen. Dort erhielten wir dann von einem überzeugenden "Ja, das geht natürlich" über ein "müsste gehen" bis hin zu "vermutlich bei AirCanada-Buchung nicht möglich" an Antworten geboten. Wut1
So schlau wie zuvor beschlossen wir, den Vorabend-Checkin einfach zu probieren. Denn würde es nicht funktionieren, wäre außer Zeit nicht viel verloren.
So standen wir voll bepackt, zwei Hartschalen-Koffer und zwei Sporttaschen, am 8. Mai 2007 am Lufthansa-Checkin in der Lufthansa-Schlange (kurz LHS). Diese wurde zügig kleiner, zumindest so lange, bis wir am Schalter standen. Das war um etwa 18:30 Uhr der Fall. Ein nettes "Hallo" der ebenso netten Lufthansa-Blondine (kurz LHB) und schon war sie dabei unsere E-Tickets zu bearbeiten. Alles sah für mich nach einem routinemäßigen Ablauf aus. Pässe wurden verlangt, der Drucker ratterte los und der erste Koffer stand auf der Waage. Doch dann legte sich die Stirn unter dem LHB-Pony in Falten. Erste Flüche galten der neuen Software und hilfesuchende Blicke wurden dem Kollegen am Schalter nebenan zugeworfen, welcher aber selbst mit Kunden beschäftigt war. Die Tastatur des Checkin-Terminals wurde nun vehementer bearbeitet und ich befürchtete, dass einer der langen, rot lackierten Fingernägel abbrechen könnte und wir uns zur Strafe wieder in der LHS hinten anstellen müssten. Diese war nämlich bereits beachtlich angewachsen. Während des Wartens auf den beschäftigten Kollegen daneben, wurden die bereits gedruckten Boarding-Pässe wieder zerrissen. Mittlerweile war es bereits nach 19 Uhr und plötzlich stand eine weitere LHB neben der ersten. Überglücklich teilte uns LHB1 mit, dass sie "leider" Feierabend hätte und LHB2 nun übernehmen würde. Zusätzlich versicherte LHB1 uns, dass wir bei LHB2 in den allerbesten Händen seien. Stuhl und Tastatur wurden übergeben und LHB2 machte nahtlos da weiter, wo LHB1 aufgehört hatte - bei den hilfesuchenden Blicken zum Kollegen, welcher sich dann auch endlich einmal kurzfristig erbarmte. Lange Rede... Boarding-Pässe wurden gedruckt und wieder zerrissen. Gepäckbanderolen wurden angebracht und wieder entfernt. Die Tastatur wurde traktiert, die Miene wurde finsterer und die Zeit schritt voran. Die Uhr zeigte rund 19:30 Uhr als uns LHB2, nun deutlich unfreundlicher als zu Beginn, mitteilte, dass jetzt alles korrekt sei. Sie überreichte uns die Boarding-Karten für Stuttgart nach Frankfurt und für Frankfurt nach Toronto. Die Boarding-Pässe von Toronto nach Denver könne sie uns leider nicht ausstellen, das läge wohl an der neuen Software. Diese müssten wir uns dann in Toronto erstellen lassen. Unser Gepäck würde aber von Stuttgart bis Denver durchgeleitet. Sichtlich erleichtert wünschte sie uns einen guten Flug und blickte schon zum Nächsten in der LHS, welche nun mehr als doppelt so lang war als wir ankamen. Nach über einer Stunde in der LHS und dem Verschleiß von zwei LHB's brauchten wir dringend eine Stärkung. So ging es zur USA-Einstimmung in den Burger King am Flughafen. Anschließend fuhren wir gemütlich nach Hause, denn der Urlaub hatte ja nun begonnen. Eigentlich konnte ja jetzt nichts mehr schief gehen. Eigentlich...!


 
  Hier die im Vorfeld geplante Tour "Hikes & Trails":

09.05.2007: Stuttgart - Denver
10.05.2007: Denver - Parachute
- Hike zum Hanging Lake Nähe Glenwood Springs

11.05.2007: Parachute - Moab
- Grand Mesa Scenic Byway
- Colorado National Monument
- Auf der SR 128 nach Moab

12.05. - 14.05.2007: Moab
- Shafer Trail
- Onion Creek Road
- Hurrah Pass Trail
- Chicken Corners Trail
- Salt Valley Road
- Yellow Cat Trail
- Corona Arch
- Fisher Towers
- Delicate Arch
- Tower Arch

15.05.2007: Moab - Blanding
- Montezuma Canyon Trail
- Moki Dugway
- Mulie Point

16.05.2007: Blanding - Escalante
- Burr Trail

17.05. - 19.05.2007: Escalante
- Hole-In-The-Rock Trail
- Wolferine Loop
- Little Death Hollow
- Calf Creek Falls
- Big Horn Canyon
- Coyote Gulch

20.05.2007: Escalante - Page
- Smoky Mountain Road
- Alstrom Point

21.05. - 24.05.2007: Page
- The Wave (Second Wave)
- The Teepees
- Yellow Rock Valley
- White Rocks
- Horseshoe Bend
- Sidestep Canyon
- Rainbow Valley

25.05.2007: Page - Hurricane (Zion N. P.)
- Cottonwood Canyon Road
- Skutumpah Road
- Coral Pink Sand Dunes

26.05. - 27.05.2007: Hurricane (Zion N. P.)
- The Subway
- Hidden Canyon
- Observation Point

28.05.2007: Hurricane - Las Vegas
- Valley Of Fire

29.05. - 30.05.2007: Las Vegas- Relaxen
- CDS "KA"
- evtl. Little Finland

31.05.2007: Las Vegas - Death Valley- Echo Canyon Trail
- Hike Golden Canyon

01.06. - 02.06.2007: Death Valley
- Chloride Canyon Trail
- Titus City Trail
- Racetrack
- Hidden Valley Road
- Saline Valley Road
- Mosaic Canyon

03.06.2007: Death Valley - Bishop
- Cerro Gordo Road
- Alabama Hills

04.06.2007: Bishop - Mariposa (Yosemite N. P.)
- Tioga Pass

05.06.2007: Yosemite Nationalpark
- Half Dome Trail

06.06.2007: Mariposa - San Francisco
- Pier 39
- Twin Peaks
- Painted Ladies

07.06.2007: San Francisco
- American Building
- Embarcadero Center
- Marin Headlands
 
     
  Mittwoch, 9.5.2007

"Up And Away"

Nach einer kurzen Nacht und wilden Träumen über LHB's war endlich der ersehnte Morgen des Abflugtags gekommen. Um 6:30 Uhr wurden wir von meiner Mutter, die heute Geburtstag hatte, und ihrem Mann abgeholt. Zuhause noch schnell die Überreichung des Geburtstagsgeschenkes und schon ging es los in Richtung Flughafen Stuttgart. Zu unserer Überraschung war relativ wenig Verkehr und so waren wir bereits um kurz nach 7 Uhr am Flughafen. Unser Flug ging erst um 10:05 Uhr und folglich hatten wir ausreichend Zeit. Dies war auch geplant, da wir meine Mutter noch zum gemütlichen Frühstück einladen wollten. So saßen wir kurze Zeit später völlig relaxed in einem netten Flughafen-Cafe. Ja, der Urlaub hatte spätestens jetzt begonnen, eigentlich... unglücklich

Gegen 8:30 Uhr gingen wir in Richtung Abflug-Terminal, vorbei am Lufthansa-CheckIn, wo wir am Vorabend unser LHB-Erlebnis hatten. Die Schalter waren leer und ich erblickte eine neue LHB. Mr Green Da kam mir der glorreiche Gedanke, dass ich ja nochmals nach den Boarding-Pässen von Toronto nach Denver fragen könnte. Vielleicht könnten diese ja heute erstellt werden. Gedacht - getan und schon wurde ich mit einem freundlichen "Guten Morgen" von LHB3 begrüßt. Ich schilderte kurz mein Anliegen und übergab wunschgemäß meine mir vorliegenden Dokumente an LHB3. Als sich auch diese LHB-Stirn wieder in Falten legte, schwante mir bereits Böses. böse Nachdem ich einen Moment später die Worte "Um Himmels Willen, was ist denn bei Ihnen passiert" vernahm, sah ich mich umgehend in meinem nächtlichen LHB-Traum wieder. Schreck LHB3 erklärte mir nun, dass wir wohl insgesamt dreimal eingecheckt waren, teilweise mit und teilweise ohne Gepäck. Eigentlich würde überhaupt nichts stimmen und sie müsse sich jetzt erstmal daran machen, das alles zu korrigieren. Wut1 Während des Wartens suchte ich die Lufthansa-Schalter nach LHB1 und LHB2 ab, allerdings konnte ich keine von beiden entdecken. Sicherlich war das auch besser so. Nach rund 30 Minuten meinte die nette LHB3, dass sie ins Büro müsse um dieses Durcheinander zu korrigieren, weil sie dort "weitergehende" Möglichkeiten hätte. Sie stand auf und weg war sie mitsamt all unseren Unterlagen. Da stand ich nun an einem unbesetzten Schalter und erblickte hinter mir die schon obligatorische LHS (= Lufthansaschlange, s. Vortag). Während ich so vor mich hin brodelte kam meine fürsorgliche Mutter zu mir und meinte, dass ich doch mal Druck machen solle. Ich vernahm in mir ein langgezogenes "ooooohhhhhhmmmmm" und zog es vor ihr nicht zu antworten. Sie hatte ja Geburtstag... Knutsch
Nach unendlich langen 20 Minuten kam LHB3 freudestrahlend auf mich zu und verkündete mir, dass sie nun alles korrigiert hätte. Sie hätte auch noch dafür gesorgt, dass wir auf dem langen Flug von Frankfurt nach Toronto nebeneinander sitzen könnten. Wut1 Erneut war es gesünder, dass ich weder LHB1 noch LHB2 entdecken konnte. LHB3 meinte weiter, dass unser Gepäck bis Denver durchgecheckt würde, entschuldigte sich für das ganze Theater und verabschiedete uns mit den Worten "viel Glück". Irgendwie ahnte ich bereits, dass wir dies auch bitter nötig haben würden.

Nun endlich konnte es losgehen. Kurz noch verabschieden und ab ging's in Richtung Kontrolle. Natürlich traf uns gleich das volle Programm. Laptop rausholen, anschalten und wieder einpacken. Fototasche öffnen, Garmin-GPS herausholen und all diese Dinge. Leicht gestresst saßen wir endlich am Gate als eine LHB-Stimme aus dem Lautsprecher Tina zum Schalter bat. Was war denn nun wieder? verwirrt Kurz darauf die Entwarnung. Tina hatte nur einen neuen und korrigierten Boarding-Pass für den Flug Frankfurt nach Toronto erhalten. Nun saß sie offiziell neben mir, eigentlich...

Kurz darauf war Boarding Time und der Flughafen-Bus brachte uns zum Flugzeug. Mittlerweile war es auch ein richtiges Abschiedswetter - es goss in Strömen. Dies merkten wir Fluggäste vor allem in dem Moment, als wir in der LHS standen, um das Flugzeug zu besteigen. Tina war überglücklich, als eine ältere Dame ihr einen Platz unter ihrem Schirm anbot. Ich selbst stand natürlich mal wieder im Regen. Wein Einige Zeit später starteten wir dann zur ersten Etappe nach Frankfurt. Von einem Flug kann man hier eigentlich nicht reden, denn kaum ist die Startphase beendet wird auch schon die Landephase eingeleitet. In Frankfurt gingen wir dann direkt zum Boarding für unseren Anschlussflug nach Toronto. Dieses Gate war relativ leicht zu finden, war es doch jenes mit der absolut längsten LHS im gesamten Gebäude. Wider Erwarten ging es aber relativ zügig, was ja aber nichts zu bedeuten hatte, da sich die richtige LHS erfahrungsgemäß hinter uns bildete. Pfeiffer Dies sollte jedoch dieses mal ausbleiben. Kurzweilig war es vor allem dadurch, die Anmachversuche eines Inders zu verfolgen, der direkt vor mir in der LHS stand. Das Objekt seiner Begierde, eine südamerikanische schwarze Schönheit, verhielt sich jedoch auffallend nervös und gleichzeitig reserviert. Als wir an der Passkontrolle ankamen, musste der Inder nach links und die Südamerikanerin nach rechts. Tina und ich standen hinter ihr in der LHS und bekamen die Kontrolle somit hautnah mit. Zuerst ein kritischer Blick, dann die Frage wohin sie fliegen würde. Dann kam die Frage, ob das auf dem Foto sie selbst sei. Nachdem sie das bestätigt hatte wurde sie nach ihrem Geburtstag gefragt. Hier nannte sie wohl ein falsches Datum und es wurde erneut nachgefragt. Wieder falsch. Bitte kommen sie doch mal mit... Atsch3 Unsere Kontrolle war anschließend rasch erledigt und wir setzten uns in der Nähe des Gates. Nun konnten wir die ganze Zeit den armen Inder beobachten, wie er sichtlich erregt nach seiner Auserwählten suchte. Sie kam jedoch nicht mehr bis wir an Bord gingen. Weinerle

Unsere Plätze befanden sich fast ganz hinten und das im Airbus A340, dem wohl längsten Flugzeug der Welt.



Endlich dort angekommen mussten wir feststellen, dass entgegen der Aussage von LHB3 Tinas Platz neben mir bereits besetzt war. Pengsmiliegelb Eine Prüfung der Boarding-Karten durch eine Stewardess (diesmal keine LHB) ergab, dass der Platz definitiv doppelt vergeben wurde. Tina musste sich nun erst mal zu den Stewardessen nach hinten stellen um abzuwarten, welcher Platz im Flugzeug frei bleiben würde. Tina sah sich schon die nächsten acht Stunden auf diesem Notplatz der Stewardess sitzen. Nach einiger Zeit des Wartens zeigte sich, dass ein Platz in der Reihe direkt vor mir wohl frei bleiben würde. Tina wollte sich gerade auf selbigen setzen, als der Passagier mit der doppelt vergebenen Sitznummer neben mir sich erhob und meinte, er würde sich nach vorne setzen. So konnten wir am Ende doch noch die 8 Stunden Flug nebeneinander verbringen. Sehr zur Freude der flugängstlichen Tina. Bei mir jedoch hielt sich diese Freude etwas in Grenzen, denn nun hatte ich wieder bei jedem kleinen Luftloch Tinas Nägel in meinem Unterarm stecken. Der Start verzögerte sich allerdings noch um gute 30 Minuten. Wie der Pilot bekannt gab, war der Grund für die Verzögerung, dass man bereits verladenes Gepäck eines Passagiers suchen und wieder ausladen müsse. Tina und mir war sofort klar, dass es sich nur um das Gepäck der Südamerikanerin handeln konnte. Armer Inder. Schäm

Der Flug nach Toronto war sehr angenehm.



Gleiches muss ich auch über den Service der Lufthansa sagen. Was am Boden nicht klappte, war in der Luft um so besser. Einen zusätzlichen Pluspunkt gibt es von mir für den wirklich tollen Cabernet-Sauvignon auf dem Hinflug. Daumen hoch Kurz vor der Landung in Toronto wurde uns noch mitgeteilt, dass die Passagiere, welche einen Anschlussflug in die USA haben, ihr Gepäck abholen und neu einchecken müssten. Was stimmte denn nun? Die Aussage von den LHB's in Stuttgart oder das aktuell Gehörte. Etwas verunsichert suchten wir uns in Toronto unseren Weg zum Anschlussflug, was deutlich einfacher war als erwartet. Dort befand sich zum einen ein Gepäckbank und zum anderen ein Schalter, an dem wir nach unseren Tickets für den Flug nach Denver fragten. Die CAB (Canadian Air Blondine) telefonierte kurz und wenige Minuten später stand eine Mitarbeiterin von United vor uns und erstellte unsere Boarding-Pässe. Wow, das klappte ja perfekt. Anschließend standen wir am leeren Gepäckband und verfolgten es Runde für Runde ohne jegliche Veränderung. Es beschlich uns allmählich das ungute Gefühl, dass es mit dem Gepäck wohl doch nicht so klappen würde, wie uns LHB3 in Stuttgart noch versichert hatte. Aber sie sagte ja auch, dass unser Gepäck bis Denver durchgeleitet würde. Mit dieser Hoffnung gingen wir relativ spät zu unserem Anschlussflug. Die Einreise-Formalitäten für die USA finden ja bereits in Toronto statt, verliefen aber absolut problemlos. Auf dem rund 4-stündigen Flug nach Denver wären wir erneut nicht nebeneinander gesessen, wäre da nicht ein älterer amerikanischer Gentleman gewesen, der Tina anbot, den Platz mit ihr zu tauschen. Auf Grund der beständigen Turbulenzen war dieser Flug deutlich unruhiger als die bisherigen und innerlich verfluchte ich den amerikanischen Gentleman bei jedem Blick auf meinen Unterarm. Baby

Aber auch dieser Flug fand ein Ende und so standen wir um 20 Uhr im Flughafen in Denver am Baggage Claim und warteten auf unser Gepäck. Meine Erwartungen wurden leider erfüllt und das Glück wünschen von LHB3 in Stuttgart hatte auch nichts gebracht. Es kam nicht ein einziges unserer vier Gepäckstücke an. Wut1 Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedoch bereits zu müde, um uns so richtig darüber aufzuregen. Natürlich wusste ich jetzt schon von was ich nachts träumen würde. Wir gingen also zu einem United-Schalter und meldeten unsere vermissten Gepäckstücke. Uns wurde versichert, dass diese eigentlich innerhalb 24 bis 48 Stunden nachkommen. Irgendetwas machte mich an dieser Aussage mächtig stutzig. Ach ja, das "eigentlich"... verwirrt

Mit dem Shuttle ging es dann zu Alamo. Der Formalismus war schnell und ohne penetrante Upgrade- und Zusatzversicherungsversuche erledigt. Wir gingen zur Choiceline der SUV's und ich war platt, wie viele Fahrzeuge hier zur Auswahl standen. Wir ließen uns reichlich Zeit bei der Auswahl, selektierten nach zuschaltbarem Allrad mit Untersetzung und prüften auf Vorhandensein von Werkzeug und Ersatzrad. Am Ende fiel unsere Wahl auf einen schwarzen Trailblazer mit etwas mehr als 300 Meilen. Auf Grund des Kennzeichens fiel der Name unseres neuen Wegbegleiters auf "OKY".



Anschließend den Laptop angestöpselt, Earthmate und StreetAtlas angeschmissen und schon konnten wir uns ins Best Western in Aurora leiten lassen. Dort angekommen, zum Auspacken gab's ja nichts, überlegten wir, wie wir in Anbetracht des fehlenden Gepäcks weiter machen würden. Die Vorhaben für den folgenden Tag konnten wir bereits schon streichen, wollten wir doch ursprünglich gleich in Richtung Utah weiter. Erstmals in diesem Urlaub lagen unsere Nerven ein wenig blank. Wir beschlossen zuerst einmal zu schlafen (um von LHB's zu träumen) und am Morgen die nächsten Schritte zu überlegen. Beides sollte leichter gesagt sein, als getan. Nix Weiss